Das Medizinische Netz Duisburg-Rheinhausen


Vorgeschichte

Über viele Jahre traf man sich in Rheinhausen zum Ärztestammtisch. Neben Niedergelassenen aller Fachrichtungen fanden sich auch Kollegen aus den beiden Rheinhausener Krankenhäusern bei den monatlich stattfindenden Treffen ein. Es war ein lockeres kollegiales Zusammensein, mit gemeinsamen Aktionen oder Berufspolitik hatte man noch nichts im Sinn. Als der politische Wind rauer wurde und die Unzufriedenheit mit der lahmen Standesvertretung wuchs, schlief das Interesse am altväterlichen Stammtisch Ende der 1990er Jahre ein.

Ohne den Stammtisch fehlte etwas. Manche Kollegen machten sich Gedanken, wie das Vakuum zu füllen sei. Zu der Absicht, die ärztliche Gemeinschaft und Solidarität zu pflegen, kamen andere Interessen hinzu. Einzelne Fachgruppen gingen dabei voran und kochten auf nicht auf Rheinhausen beschränkten Treffen ihr eigenes Süppchen.

Erste Schritte

Die zahlenmäßig größte Gruppe der Hausärzte fand sich erstmals im Jahr 2001 zusammen, um Wünsche und Möglichkeiten auszuloten. Im Sitzungssaal des Augustinus Pflegedienstes fand man ein passendes Domizil. Keiner wusste so recht, wohin der Weg führen solle, daher wurde Rat und Hilfe bei der Schwarz Pharma gesucht, die in der Begleitung von Ärztenetzen Erfahrung gesammelt hatte.

Seitdem trifft sich etwa alle 6 Wochen eine Gruppe von inzwischen 25 Hausärzten aus dem Duisburger Westen, um die Dinge voranzutreiben.

Gewöhnlich denkt der gute Hausarzt an seine Patienten zuerst. So drehten sich die Gespräche anfangs vorwiegend um die hausärztliche "Qualität": gemeinsame Fortbildungen werden von Beginn an regelmäßig durchgeführt; um Probleme des kassenärztlichen Alltags wie die Flut von Krankenkassenanfragen oder die zu langfristige Terminvergabe mancher Fachärzte. Schnell setzte sich unsere Gruppe jedoch ein wichtiges Ziel: ein offizieller Rahmen sollte für unsere Aktivitäten geschaffen werden. Nach vielen Überlegungen, Nachforschungen und Diskussionen wurden schließlich die Statuten für die Gründung eines Vereins, des Medizinischen Netzes Duisburg mit Sitz in Rheinhausen e.V., erstellt.

Präambel

Die Präambel der Vereinssatzung benennt unsere Ziele und Absichten auf. Hier sei einiges davon wiedergegeben:

Verbesserung der medizinischen Versorgung und der Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen

Erweiterung des gerade in Rheinhausen geschrumpften Diagnose- und Therapiespektrums

Erhaltung einer bezahlbaren und menschenwürdigen Medizin

Förderung der kollegialen, interdisziplinären Zusammenarbeit

Entwicklung und Verbreitung von medizinischen Leitlinien

Fortbildung der Ärzte; Gesundheitserziehung der Patienten

Widerstand gegen die lähmende Bürokratisierung des Gesundheitswesens

Erhaltung der ärztlichen Freiberuflichkeit

So weit, so gut

Neben der Vereinsgründung erfolgte die Gründung einer Schulungsgemeinschaft für Patienten mit Diabetes mellitus und Hypertonie, erweiterbar auf andere Krankheitsbilder.

Eine IGeL-Liste wurde erstellt. Für häufig vorkommende Leistungen, die vom Patienten nachgefragt, von der Krankenkasse jedoch nicht bezahlt werden, ist dort eine Preisempfehlung nach der ärztlichen Gebührenordnung vorgegeben.

Besondere diagnostische und therapeutische Leistungen, die ein Arzt des Netzes anbietet, sollen auch den Patienten anderer Netzärzte zugute kommen. Hierfür wurden Strukturen gerade erarbeitet.

Für die Behandlung zahlreicher Krankheitsbilder gibt es Leitlinien. Diese werden bei unseren Netztreffen besprochen und als Behandlungsstandard vereinbart. Patienten können sich also innerhalb unseres Netzes auf eine gleichbleibend hohe Qualität der ärztlichen Versorgung verlassen.

Häufig werden auf unseren Treffen die zahlreichen Ärgernisse des Praxis- und Patientenalltags, die die Politik über uns bringt, thematisiert. Als Beispiele seien die Praxisgebühr und die Budgetierung, das heißt Einschränkung ärztlicher Leistungen, genannt. Leider können wir nicht wirklich etwas verändern, nur im Einzelfall die Folgen für den Patienten abmildern. Wir bemühen uns, unseren Protest gegenüber der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zu artikulieren.

Viele andere Dinge sind in Arbeit, unter anderem auch die Darstellung unseres Netzes und seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit und hier, im Internet. Der geneigte Leser wird den Fortgang unserer Arbeit an dieser Stelle verfolgen können.